Bei dieser etwa anderthalbstündigen Wanderung gehst Du etwa 7,3 Kilometer der Donau entlang – von der Hafeneinfahrt bis nach Rothenhof. Natürlich kannst Du diese Wanderung auch in umgekehrter Richtung oder in beide Richtungen machen oder nur Teile davon. Eine Option ist natürlich auch, irgendwo zwischendurch „einzusteigen“ und erst bis zu einem Ende, dann die gesamte Strecke bis zum anderen Ende und dann wieder zu Deinem Ausgangspunkt zurück zu gehen. Der Einfachheit halber habe ich den Weg donauaufwärts, also von Ost nach West beschrieben.

AKTUELLER HINWEIS: Der Treppelweg wird derzeit saniert. Bis voraussichtlich Ende Juli 2020 werden verschiedene Teilbereiche dafür gesperrt. Daher ist diese Wanderung derzeit nur mit Einschränkungen bzw. mit Umwegen möglich!

Vorab gleich eine Bemerkung: Diese Wanderung ist eine von insgesamt 22 Wanderungen, die 1994 vom „Verein zur Förderung der Weinwirtschaft“ gestaltet und ausgeschildert wurden. Diese Wanderungen wurden vom Inhaber von Weinbergwandern.at anhand einer Karte und anhand der nicht mehr kompletten Beschilderung so gut wie möglich rekonstruiert. Mehr zu diesem Projekt findest Du hier!

Der östlichste Punkt der Wanderung ist die Einfahrt des Donauhafens Krems. 

Die Errichtung des Hafens wurde 1938 begonnen. Heute ist der Hafen einer der größten Donauhäfen Österreichs und als trimodales Umschlagzentrum eingerichtet, das heißt, dass hier Waren von Schiffen, Bahn und LKW umgeschlagen werden. 

Nach etwa 1,5 Kilometern erreichst Du dann die St. Pöltner Brücke, die 1971 errichtet wurde und auf der die B37a vierspurig über die Donau führt.

An den meisten Stellen kannst Du direkt an der Donau auf dem Treppelweg oder etwas erhöht auf dem Dammweg gehen. An vielen Stellen gibt es auch nördlich unter dem Damm einen Weg.

Etwa einen halben Kilometer nach der Brücke siehst Du rechterhand die Hochhäuser des in den 1960-er und 1970-er-Jahren errichteten Stadtteils Mitterau. Kurze Zeit später siehst Du dann links den Behördenhafen, der dem Österreichischen Bundesheer und der Polizei als Hafen dient. Als militärisches Sperrgebiet darf er nicht fotografiert werden.

Gleich nach dem Behördenhafen siehst Du rechts auf dem Damm das Gebäude der viadonau, einer dem Verkehrsministeriums unterstehenden GmbH, die für die Erhaltung und Entwicklung der Wasserstraße Donau zuständig ist.

Nach rund 1 km erreichst Du die Kremser Eisenbahnbrücke, auf der die Kremser Bahn von Krems nach Herzogenburg fährt.

Die Brücke wurde 1889 fertiggestellt und in den letzten Tagen des 2. Weltkriegs von der abziehenden Wehrmacht zerstört. Der Wiederaufbau dauerte bis Ende 1951.

Bald darauf siehst Du rechterhand die Rückseite der 1995 errichteten Sport.Halle.Krems und die 1976 errichtete und 1992 umgebaute Badearena Krems.

Gleich danach kommst Du zu einer kleinen Brücke, die über die Einfahrt zum Becken des Yachthafens und des Hafens und Wasserübungsplatzes der Freiwilligen Feuerwehr Krems.

Du gehst dann über diese Brücke.

Auf der gegenüberliegenden Seite gehst Du dann die Treppen hinunter.

Die Wände sind teilweise mit wirklich gut gemachten Graffitis geschmückt, leider aber vielfach auch einfach nur beschmiert.

Der nächste „Höhepunkt“ ist das Schifffahrts- und Welterbezentrum. Hier haben die Linienschifffahrtsunternehmen Brandner und DDSG Blue Danube ihre Ticketbüros und Otto Raimitz betreibt hier sein beliebtes Lokal “Wellen.Spiel”. Auch ein großer und schöner Spielplatz befindet sich hier. Von hier aus kommst Du übrigens auch gut zur Kunstmeile Krems

Das Schifffahrts- und Welterbezentrum wurde übrigens von Najjar & Najjar Architects gestaltet und 2010 fertiggestellt.

Danach gehst Du der Altstadt von Krems-Stein entlang. Stein war früher eine eigenständige Stadt und ist 1938 nach dem Anschluss Österreichs an Nazideutschland an Krems angegliedert worden. Im Gegensatz zu anderen mit Krems damals zwangsvereinigten Orten wie z.B. Mautern, verblieb Stein auch nach dem 2. Weltkrieg bei Krems, wohl nicht zuletzt weil die Finanzlage von Stein vor 1938 bereits sehr angespannt war.

Während die Altstadt von Krems durch diverse Regulierungen mittlerweile rund einen Kilometer von der Donau entfernt liegt, ist die Altstadt von Stein nur durch die Steiner Donaulände, einen kleinen vor allem für Parkplätze genutzten Streifen, die B3 und eben den Treppelweg von der Donau getrennt und somit nur ca. 20 Meter von der Donau entfernt. Bis zur Errichtung des mobilen Hochwasserschutzes Ende der 1990er-Jahre wurde die Altstadt von Stein immer wieder überschwemmt. 

Das hier hinter den Häusern herausragende Linzer Tor markiert das Ende von Stein und den Beginn des westlichsten Teils von Krems, Förthof.

Förthof stand bis Ende der 1890er-Jahre in engem Zusammenhang mit der Mauterner Brücke. Bereits Mitte des 15. Jahrhunderts wurde hier eine mautpflichtige hölzerne Brücke errichtet. Viele Gebäude in Förthof dienten der Verwaltung der Brücke und als Werkstätten, schließlich musste die Holzbrücke laufend repariert werden.  

1893-1895 wurde die stählerne Fachwerkbrücke errichtet, die in den letzten Kriegstagen des Jahres 1945 von der abziehenden Wehrmacht gesprengt wurde. Die Rote Armee ließ die Brücke jedoch schnellstens wieder – vor allem durch deutsche Kriegsgefangene – neu aufbauen. Bereits im September 1945 konnte sie wieder passiert werden, womit die Brücke zu den ersten Bauwerken zählt, die im Zuge des Wiederaufbaus Österreichs fertiggestellt werden konnten.

Danach kommst Du zu einem Kreisverkehr, bei dem es fast täglich (auch an Sonn- und Feiertagen) einen Bauernmarkt mit regionalen Produkten wie Wein, Marillenmarmelade (Aprikosenkonfitüre) und Fruchtsäften sowie saisonalem Obst und Gemüse gibt. Von hier aus gelangst Du auch gut nach Förthof. Der Ort ist heute vor allem durch die Danube Private University, eine private Medizinuniversität, geprägt.

Für die Wanderung „nach Plan“ gehst Du jetzt auf dem schmalen Trampelpfad entlang der Donau weiter.

Nach einiger Zeit verlässt Du dann das Gebiet der Stadtgemeinde Krems und kommst in das Gebiet der Stadtgemeinde Dürnstein. Hier ist aber nicht nur die Grenze zweier Städte, sondern auch die Grenze der Weinbaugebiete Kremstal und Wachau.

Kurz darauf erreichst Du dann das westliche Ende der Wanderung, die Ortschaft Rothenhof. Diese ist nicht nur die östlichste Ortschaft, die zur Stadtgemeinde Dürnstein gehört, sondern mit gerade einmal 11 Einwohner*innen (Stand 2019) auch der kleinste.

Quick Facts:

Weglänge: ca. 7,3 km
Dauer: ca. 01:30
Differenz zwischen höchstem und niedrigstem Punkt: 7 m
Gesamter Auf-/Abstieg: 13 m / 7 m
Kinderwagentauglich: ja
Für Nordic Walking geeignet: ja
GPS-Daten: Downloadbergfex

Diese Wanderung habe ich auch auf bergfex veröffentlicht!