Diese etwas länger als einstündige Wanderung im Traisental bietet eine schöne Ansicht und eine ungewöhnliche Behausung, die noch bis zum 1. Weltkrieg bewohnt wurde.

Startpunkt der Wanderung ist beim Gemeindeamt von Nußdorf ob der Traisen. Dort findest Du normalerweise auch schnell einen Parkplatz und Informationsmaterial über Nußdorf und die Umgebung erhältst Du dort ebenso.

Gleich vorweg: Es gibt mehrere Paraplui- bzw. Parapluieberge in Österreich und auch etliche Orte oder Ortsteile, die Nußdorf bzw. Nussdorf heißen. In diesem Beitrag geht es um den Parapluiberg bei Nußdorf ob der Traisen, das liegt zwischen Krems an der Donau und Traismauer in Niederösterreich.

Dann gehst Du einmal im Ort in Richtung WSW bergauf. Nach dem Feuerwehrhaus musst Du dann links abbiegen und der Weinberggasse in Richtung Süden folgen.

Die Straße ist ziemlich steil, aber dafür hast Du schon bald einen schönen Blick auf den Ort Nussdorf, der ca. 550 Einwohner*innen zählt. Die gesamte Gemeinde hat ungefähr 1.770 Einwohner*innen.

Du verlässt dann das Siedlungsgebiet, der Weg wird jetzt etwas flacher und Du gelangst nach einiger Zeit zu einer Abzweigung, bei der Du den gelben Wegweisern folgend rechts abbiegst.

Jetzt geht es wieder einmal steil bergauf.

Schließlich stößt Du auf einen relativ eben verlaufenden Weg. Hier biegst Du einmal rechts ab. 

Wenn Du hier bist hast Du übrigens den angstrengendsten Teil der Wanderung nach nicht einmal einer halben Stunde hinter Dich gebracht.

Der Weg verläuft jetzt relativ eben in Richtung Aussichtspunkt. Wenn Du genau hinsiehst erkennst Du schon die Sitzgelegenheit mit dem charakteristischen Schirmchen.

Ein paar Minuten nach der Abzweigung hast Du dann auch schon das Ziel der Wanderung erreicht, nämlich den Aussichtspunkt auf dem Parapluiberg: Eine Bank mit einem metallenen Schirm.

Das französische Wort „Parapluie“ bedeutet „Regenschirm“ und wurde einst auch ins österreichische Deutsch übernommen, hat allerdings dann mit der Zeit das „e“ am Schluss verloren. Mittlerweile ist „Paraplui“ jedoch wie so einige andere österreichische Französismen ausgestorben.

Der Ausblick war zum Zeitpunkt der Aufnahmen (Ende 2019) leider etwas verwachsen. Von unterwegs hattest Du sicherlich einen besseren Ausblick.

Für den bisherigen Weg vom Gemeindeamt bis zum Aussichtspunkt hast Du jetzt wahrscheinlich so ca. 30 Minuten gebraucht.

Da Du ja bislang noch nicht so viel Zeit gebraucht hast und wohl nicht jeden Tag nach Nußdorf kommst, empfehle ich Dir, auch gleich die Wohnhöhle zu besuchen. Gehe jetzt einfach wieder zurück. Bei der Abzweigung, bei der Du zuvor von unten gekommen bist, gehst Du einfach geradeaus weiter.

Nach einiger Zeit kommst Du wieder zu einer Abzweigung, bei der Du den gelben Wegweisern folgend nach links abbiegst.

Der Weg geht jetzt sogar ein Stückchen bergab. Nach ein paar Minuten führt Dich dann ein Wegweiser nach rechts.

Jetzt gehst Du wieder ein Stückchen bergauf bis zum Hochstand und biegst dann links ab.

Nach ein paar Metern Gehweg in Richtung Süden stehst Du vor diesem Platz.

Wahrscheinlich fragst Du Dich jetzt, ob das der Eingang zur Wohnhöhle ist.

Nein, es ist nur eine „enge Kluft“, von denen es hier in der Nähe einige gibt und diese Kluft ist definitiv zu schmal, um als Erwachsener hineinzusteigen oder gar darin zu wohnen.

Du musst also noch ein paar Meter weiter in Richtung Süden gehen und dann siehst Du auch schon die Wohnhöhle. Vom Parapluiberg bis hierher wirst Du so ca. 20-25 Minuten gebraucht haben.

Fast unglaublich: Hier hat tatsächlich bis zum 1. Weltkrieg eine Familie namens Pöll gelebt. Das Wasser musste die Familie tagtäglich vom Brunnen bei der Feuerwehr in Reichersdorf holen.

Auch ein kleiner Stall zählte zum spärlichen Besitz der Familie. Wahrscheinlich haben sie darin Ziegen oder Hühner gehalten.

Die Wohnhöhle verfiel mit der Zeit. 2010 wurde sie wieder Instand gesetzt. Die kleine Küche und der kleine Schlafraum wurden rekonstruiert. Das Inventar ist also nicht original.

Danach geht es über die Wege, über die Du gekommen bist, wieder zurück. Für den Rückweg solltest Du noch einmal so ca. 30 Minuten einplanen, insgesamt also nicht ganz anderthalb Stunden.

Wegen der interessanten Ziele ist die Wanderung sicherlich auch für Kinder spannend!

Quick Facts:

Weglänge: ca. 5 km (geschätzt)
Dauer: ca. 01:20
Differenz zwischen höchstem und niedrigstem Punkt: ca. 100 m
Gesamter Auf-/Abstieg: nicht gemessen
Kinderwagentauglich: ja
Für Nordic Walking geeignet: ja
GPS-Daten: nicht vorhanden
Weitere Informationen: Marktgemeinde Nußdorf ob der Traisen

Siehe auch Bericht auf schmatz.blog!