Als Ergänzung zu den 22 Wanderungen der „Kremser Rieden- und Wanderkarte“ habe ich mir diese anderthalbstündige Wanderung durch den Kremser Stadtteil Weinzierl und über den Weinzierlberg ausgedacht.

Weinzierl war bis 1905 ein eigenständiger Winzerort, geprägt durch zahlreiche Lesehöfe, die oft zu Klöstern aus ganz Österreich gehörten. Heute gehört Weinzierl zur Stadt Krems.

 

Die Wanderung beginnst Du beim „Alten Krankenhaus“ in der Hohensteinstraße. Dieses Gebäude wurde 1852 errichtet. Diese Stelle war damals Teil des Kremser Stadtteils Hohenstein und lag an der Stadtgrenze zum eigenständigen Ort Weinzierl. In den letzten Jahren wurde das Krankenhaus immer wieder um verschiedene Gebäude erweitert. Heute beherbergt das alte Krankenhaus die Pathologie des Universitätsklinikums Krems.

Du gehst jetzt weiter durch die Hohensteinstraße in Richtung Westen.

Auch wenn in Hohenstein mehr Baustruktur modernen Gebäuden weichen musste als in Weinzierl, so weisen doch noch einige Winzerhöfe und einige andere historische Gebäude auf die Historie dieses Ortes hin, so zum Beispiel der rechterhand sichtbare Lilienfelderhof, der einst Lesehof des Zisterzienserstiftes Lilienfeld war und der heute einen Kindergarten beherbergt

Kurz danach sieht man linkerhand den ehemaligen Lesehof des Augustiner Chorherrenstiftes St. Florian (Oberöstrreich)

Bei diesem Bildstock biegst Du rechts ab und gehst in die Winzergasse in Richtung Norden weiter.

Bei der nächsten Gelegenheit biegst Du dann rechts in den Mitterweg ab.

Dieser wird vor allem durch das 1982 errichtete Hauptgebäude des heutigen Universitätsklinikums geprägt.

Nach den Parkplätzen biegst Du links in die Lehnergasse ein.

Du gehst dann unter der Unterführung unter den Bahngleisen durch.

Auf der anderen Seite angekommen überquerst Du die Wiener Straße.

Du biegst dann links ab und gehst jetzt ein Stück an der Mauer des 1859 errichteten Kremser Friedhofs entlang.

Direkt an den städtischen Friedhof schließt dre 1876 errichtete Friedhof der „Lehner von Weinzierl“ an. 

Du gehst dann an der eni-Tankstelle vorbei. Soweit ich weiß – falls ich falsch liege möge man mich bitte korrigeren – stand hier früher einmal ein „Siechenhaus“, also ein Krankenhaus für Patienten mit besonders ansteckenden Krankheiten. Danach folgt die „Filialkirche zum hl. Antonius Einsiedler“. Dort biegst Du rechts ab.

Das heute im Volksmund „Antonikircherl“ genannte Gotteshaus wurde im 14. Jahrhundert errichtet und ist die älteste erhaltene Kirche in Krems.

Mehr über diese Gebäude gibt es übrigens auf pro-weinzierl.at zu lesen!

Pfarrlich gehört Weinzierl heute übrigens zu Krems-St. Paul, die erst 1973 gegründet wurde und somit die jüngste römisch-katholische Pfarre von Krems ist und deren 1980 geweihte Kirche die jüngste römisch-katholische Kirche von Krems ist.

Danach gehst Du die Sigleithenstraße hinauf. Jetzt heißt es gut aufpassen, dass Du die Stiege, die zwischen Haus Nr. 11 und Haus Nr. 13 hinaufführt, nicht übersiehst.

Diese Stiege gehst Du jetzt hinauf.

Am Ende der Stiege biegst Du links ab und gehst auf dem ziemlich verwachsenen Weg weiter.

Der Weg macht dann eine Rechtskurve.

Vor ein paar Minuten noch an der dicht befahrenen Wiener Straße bist Du jetzt auf einmal inmitten von Weingärten.

Du gehst den schmalen Weg weiter…

Dann gehst Du auf dem breiten Grasweg weiter in Richtung Nordwesten.

Schließlich gelangst Du zur querenden, asphaltierten Weinzierlbergstraße und biegst rechts in diese ab.

Die Straße macht dann einen leichten „Knick“, dann gehst Du am Weingut Hutter vorbei.

Jetzt hast Du einen schönen Blick auf Weinzierl und den modernen, in den 1960er- und 1970er-Jahren neu errichteten Stadtteil Mitterau, der vor allem durch bis zu zehnstöckige Hochhäuser geprägt ist.

Am Ende der Straße biegst Du links ab und gehst dann bergauf.

Am Ende der Straße biegst Du dann links in die Straße „Oberer Weinzierlberg“ ab.

Du gehst jetzt an zahlreichen Weinkellern und einigen Heurigen vorbei.

Am Ende dieser Straße biegst Du rechts ab.

Der Weg endet an der Langenloiser Straße, in die Du rechts einbiegst.

Diese Straße war bis in die 1980er-Jahre eine der Hauptdurchzugsstraßen in das Waldviertel und weiter in die damalige Tschechoslowakei. Erst in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts – glücklicherweise noch vor der Öffnung des Eisernen Vorhangs – wurde die Straße durch die neue, teilweise sogar vierspurige B37 entlastet. Dennoch war und ist die Straße aber auch eine Kellergasse, die von zahlreichen Weinkellern gesäumt wird.

Heute bietet sich ein höchst unterschiedliches Bild. Einige Keller wurden renoviert und nach wie vor als Weinkeller genutzt, einige wurden zu Wohnhäusern um- und ausgebaut. Einige verfallen und viele wurden schon durch neue Wohnhäuser ersetzt. Selbst bei diesen findet man eine Mischung aus modernen Bauten und eher „beliebig-klassischen“ bis kitschigen Bauten.

Du könntest jetzt natürlich in der Langenloiser Straße weitergehen. Aber diese ist trotz der Entlastung durch die B37 noch immer stark befahren und daher rate ich Dir, zwischen Haus Nr. 125 und Haus Nr. 127 links in die Weinberge abzubiegen.

Dann biegst Du am besten bei der zweiten Gelegenheit rechts ab.

Der Weg zweigt scharf rechts ab und macht dann eine Linkskehre, verläuft danach also parallel zum vorhin gegangenen Weg.

Danach macht er in den Weingärten eine Rechtskurve.

Ein paar Mal wird der Weg zwischen zwei Weingärten dann etwas steiler.

Dann macht er eine Linkskurve.

Schließlich führt er in die Kurve einer asphaltierten Straße, in die Du rechts einbiegst.

Bei der nächsten Gelegenheit biegst Du wieder rechts ab.

Jetzt geht es erst einmal immer geradeaus.

Schließlich kommst Du wieder zur Langenloiser Straße.

Du biegst jetzt links in die Langenloiser Straße ein, überquerst sie dann und biegst dann scharf rechts in den nach unten führenden Bründlgraben ab.

Der Bründlgraben führt relativ steil bergab.

Du gehst an der Firma Honegger vorbei, dem weltweit führenden Hersteller von flexiblen Kratzen. 

Wenn Du nicht zufällig in der Textilindustrie arbeitest, wirst Du wahrscheinlich gar nicht wissen, was Kratzen sind, aber auf Wikipedia wirst Du es erfahren.

Du passierst einige Weinkeller, von denen einige leider ziemlich verfallen sind. Ein paar davon wurden vor einigen Jahren von der Winzer Krems gerettet und als „Vinothekkeller Bründlgraben“ revitalisiert.

Gleich danach folgen die Gebäude der Winzer Krems, die mit 962 Mitgliedsbetrieben und mehr als 1.000 Hektar Weingärten Österreichs größte Winzergenossenschaft und einer der größten Weinproduzenten des Landes ist. Jedes Jahr werden hier ca. 7-8 Millionen Flaschen Wein abgefüllt.

Bald darauf passierst Du das Gebäude der NÖ Landwirtschaftskammer. Dahinter befindet sich übrigens das architektonisch sehr interessante Weinkompetenzzentrum der Wein- & Obstbauschule Krems.

Danach gehst Du am Einkaufszentrum „Mariandl“ vorbei, überquerst wieder die Wiener Straße und gehst geradeaus in der Hafenstraße, neben dem „bühl center“ weiter.

Du gehst über die Bahngleise und biegst dann in die dritte Straße rechts, die den Namen „Weinzierl“ trägt, ein.

Weinzierl hat noch mehr den Charakter eines Winzerortes bewahrt als Hohenstein. Etliche Winzerhöfe und Weinkeller liegen entlang der Straße.

Allerdings wurden und werden auch hier moderne Wohnbauten errichtet.

Nach 260 Metern biegst Du in die erste Straße links, die Schulgasse, ein. In der Ecke siehst Du das Kriegerdenkmal von Weinzierl. 

Am Ende der Schulgasse steht linkerhand das ehemalige Feuerwehrhaus vor Weinzierl, in dem das zu Fronleichnam 2019 eingeweihte Museum der Feuerwehr Krems untergebracht ist.

Danach biegst Du rechts in die Klomserstraße ein und gehst bist zum Klomsersteg, wie die Fußgängerbrücke über den Kremsfluss genannt wird, vor.

Du biegst dann aber noch vor der Brücke rechts ab und gehst dem Kremsfluss entlang.

Nach ein paar Minuten erreichst Du dann die Spitalbrücke und biegst rechts ab.

Dann bist Du auch schon wieder beim Ausgangspunkt Deiner Wanderung.

Ein paar Gedanken zum Abschluss: Diese Wanderung führt durch nicht besonders „touristische“ Gegenden (außer man zählt Krankenhausaufenthalte und -besuche auch zum Tourismus). Dennoch findest Du Gebäude, die zu den ältesten in Krems zählen. Von den Wegen durch den Weingärten abgesehen befindest Du Dich ständig in einem Spannungsfeld zwischen agrarischer Tradition und den Wohn-, Geschäfts- und Infrastrukturbedürfnissen einer modernen Stadt. Anders als in manch anderen eingemeindeten Dörfern, die komplett von den Städten „verschlungen“ wurden, ist in Weinzierl und Hohenstein auch noch immer vieles von den ursprünglichen Winzerdörfern erhalten geblieben, auch (oder vielleicht sogar weil) man sich viel vom gesellschaftlichen Leben, von der Pfarre über den Kindergarten und Spielplätze bis zum Chinarestaurant mit dem benachbarten Hochhausviertel Mitterau teilt. 

Ich möchte hier nichts be- oder gar verurteilen, aber ich möchte auch Dich dazu anregen, diese Wanderung zu nutzen, um Dir vielleicht unbekannte, aber zum Teil schon sehr alte Teile von Krems kennen zu lernen und um Dir dabei Deine eigenen Gedanken zu machen.

Stephan Schmatz, Herausgeber von Weinbergwandern.at

Quick Facts:

Weglänge: ca. 6,8 km
Dauer: ca. 01:30
Differenz zwischen höchstem und niedrigstem Punkt: ca. 100 m
Gesamter Auf-/Abstieg: ca. 100 m
Kinderwagentauglich: nein
Für Nordic Walking geeignet: ja
GPS-Daten: Downloadbergfex
Öffentliche Verkehrsmittel: Stadtbus von Bahnhof Krems mit der Linie 2 bis Dr.-Gschmeidler-Straße (alternativ Linie 2 oder Linie 3 bis Universitätsklinikum); Fahrpläne auf SCOTTY

Diese Wanderung habe ich auch auf bergfex veröffentlicht!