→ 2,5 km | ↑ 9 m | ↓ 6 m | ↕ 8 m | ●○○○○ | 00:45

Als Ausgangspunkt habe ich die Urania gewählt. An der Mündung des Wienflusses in die Donau gelegen markiert sie das östliche Ende des 1. Wiener Gemeindebezirks.
Die Urania ist ein “Volksbildungshaus”, also eine Einrichtung der Wiener Volkshochschulen. Sie beherbergt unter anderem eine Sternwarte, das Wiener Urania Puppentheater mit den berühmten Figuren Kasperl und Pezi und ein Kino.

Du gehst nun erst einmal flussabwärts gesehen links von der Urania…

zum Donaukanal hinunter und biegst unten scharf links in die Wolfgang-Schmitz-Promenade ab. Diese ist nach dem ehemaligen Finanzminister und Nationalbankpräsidenten Wolfgang Schmitz (ÖVP; 1923-2008) benannt.

Jetzt gehst Du flussaufwärts und erst einmal durch die Aspernbrücke. Diese wurde nach der für Österreich siegreichen Schlacht bei Aspern benannt. Die erste Brücke wurde 1863 errichtet. Als sie zu schmal wurde, wurde sie 1913 abgerissen. Bedingt durch den Ersten Weltkrieg dauerten die Bauarbeiten etwas länger. So wurde sie erst 1919 für den Verkehr freigegeben und erst 1922 komplett fertiggestellt. 1945 wurde sie von der abziehenden Wehrmacht gesprengt. Danach errichtete die Rote Armee eine provisorische Notbrücke, die schließlich durch die 1949-1951 errichtete heutige Brücke ersetzt wurde.

Noch vor der Brücke siehst Du rechterhand den UNIQA Tower. Das 21-stöckige, 75 Meter hohe Bürohochhaus wurde 2001-2004 errichtet.

Im Sommer herrscht hier durch die vielen Gastronomiestände und -container Hochbetrieb. Im Winter trifft man nur wenige Jogger und Hundebesitzer an. Dafür kann man sowohl die Street Art am eigenen als auch die moderne Architektur am anderen Ufer in Ruhe betrachten.

Das Badeschiff (mit überdachtem Pool!) ist im Winter nicht ganz im Winterschlaf. Ab Abend bzw. am Wochenende und an Feiertagen bereits ab Mittag kann man hier Eisstockschießen (Stand 02/2026; Angaben ohne Gewähr!)

Linkerhand befindet sich wie bereits erwähnt die Galeriestrecke der U4. Bis 1978 verkehrte hier die Wiener Stadtbahn.

Oben siehst Du das typische Stadtbahngeländer, das auch Sonnenblumengeländer genannt wird, und 1895 von Otto Wagner entworfen wurde. In Resedagrün wurde es allerdings erst in den 1950er-Jahren gestrichen, zuvor war es hellbeige.

Die Schwedenbrücke ist die nächste Brücke. Hier wurde bereits vor 1368 eine Schlagbrücke errichtet. Von 1819-1909 stand hier die erste “Ferdinandsbrücke”. 1911 wurde dann die zweite “Ferdinandsbrücke” errichtet, die so wie der Schwedenplatz (der zuvor “Ferdinandsplatz” hieß) 1919 zum Dank an Schweden für humanitäre Hilfe für Wiener Kinder nach dem Ersten Weltkrieg umbenannt. Die Schwedenbrücke wurde 1945 bei Luftangriffen stark beschädigt und danach provisorisch repariert. 1954/55 wurde die heutige Spannbetonbrücke errichtet.

Auf dem anderen Ufer siehst Du den Design Tower, der 2007-2010 als “Nouvel-Tower” errichtet wurde. Er beherbergt das Hotel SO/ Vienna und wird daher oft auch als “SO” bezeichnet.

Gleich nach der Schwedenbrücke siehst Du auch einmal auf Deiner Seite moderne Architektur und zwar die von Donauraum Wien betriebene Schiffstation Wien City.

Rechterhand erblickst Du nun den Georg-Emmerling-Hof. Dieser Gemeindebau wurde 1953-57 errichtet.

Die nächste Brücke ist dann die Marienbrücke. Die erste Marienbrücke wurde 1905 errichtet und 1945 gesprengt. Danach bestand kurzfristig ein Holzprovisorium. 1951-1953 wurde die heutige Brücke als Stahlbetonbrücke errichtet. Die namensgebende Marienstatue wurde jedoch erst 1983 wieder aufgestellt.
Nach der Marienbrücke trägt die Promenade den Namen Freda-Meissner-Blau-Promenade, benannt nach der ersten Vorsitzenden der österreichischen Grünen.

1967-1969 wurde das nächste Gebäude errichtet, nämlich das IBM-Zentrum. IBM Österreich besteht übrigens seit 1928 und heißt auch heute noch offiziell “Internationale Büromaschinen” und nicht wie die Mutterfirma “International Business Machines”.

Gleich dahinter befindet sich das 2010-2012 errichtete Raiffeisen-Holding Hochhaus, einen spektakulären Zubau zum eher unauffälligen, 1972-74 erbauten Raiffeisenhaus Wien dahinter.

Die nächste Brücke ist die Salztorbrücke. Hier stand 1827-1884 der Karlskettensteg, danach die Stephaniebrücke, die 1919 auf den heutigen Namen umgetauft wurde. Diese Brücke wurde 1945 von der Wehrmacht zerstört. Erst 1960/61 wurde die heutige Spannbetonbrücke errichtet.
Jetzt ist es Zeit, einmal über den Donaukanal zu sprechen. Dieser war ursprünglich der Hauptarm der Donau und markierte die nördliche Stadtgrenze. Durch häufige Hochwasser verlagerte sich der Hauptstrom in Richtung Nordosten. Bereits 1598-1600 wurde er erstmals reguliert, 1868-1875 fand dann die Donauregulierung statt, bei der der Donaukanal abermals ausgebaut wurde.

Die Stadtbahngalerie ist mittlerweile fast durchgängig mit Graffitis bedeckt.

Teile wurden 2005 im Rahmen des Jugendkulturprojekts Wienerwand als legale Graffitiflächen freigegeben.

Die Mülltonnen sind natürlich keine legale Sprühfläche.

Manche Graffitis sind politisch,…

manche humorvoll,…

manche kunstvoll,…

manche kommerziell und…

manche auch traurig.

Die Holzhütten sind keine Relikte eines Weihnachtsmarkts, sondern die Grillhütten des Feuerdorfs. Übrigens kann man auch hier im Winter Eisstockschießen.

Auf den Relikten der 1904-08 errichteten Kaiserbadschleuse…

befinden sich seit 2020 die “Schwimmenden Gärten”. Hier befand sich bis 1899 das Kaiserbad, danach die einzige realisierte von drei geplanten Staustufen des Donaukanals. Diese wurde 1945 durch ein Bombardement zerstört.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Donaukanals befindet sich das 1908 fertiggestellte, von Otto Wagner geplante Schützenhaus. Das Gebäude gehört übrigens der Burghauptmannschaft Österreich.

Linkerhand befindet sich der legendäre Musikclub Flex. Dieser wurde 1989/90 von Personen aus der Hausbesetzerszene im 12. Bezirk gegründet und – inzwischen etabliert – 1995 mit großzügigen Subventionen der Stadt Wien am heutigen Platz neu errichtet.

Wesentlich beschaulicher ist der Wilhelm-Kienzl-Park auf der anderen Seite der Donau. In diesem befindet sich die 1908 errichtete Johannes-Neopmuk-Kapelle. An dieser Stelle befand sich bereits um 1729 eine Johannes-Nepomuk-Kapelle, die 1744 und 1886 jeweils durch neue ersetzt wurde.

Nach der Augartenbrücke trägt die Promenade den Namen Olga-Misař-Promenade, benannt nach einer österreichischen Schriftstellerin, Frauenrechtlerin und Friedensaktivistin (1876-1950).
Die erste Brücke wurde hier 1782 als “Neue Brücke” errichtet. Diese Holzjochbrücke wurde während der Napoleonischen Kriege 1809 niedergebrannt und noch im selben Jahr wiederhergestellt. 1829 wurde eine neue Brücke errichtet. 1872/73 wurde diese durch eine Eisenbrücke ersetzt und in “Augartenbrücke” umbenannt. 1929-31 wurde abermals ein Neubau errichtet, der 1945 gesprengt wurde. Als erste Brücke über den Donaukanal wurde sie bereits im Jänner 1946 wiederhergestellt.
Unterhalb der Brücke verläuft übrigens die Grenze zwischen dem 1. Bezirk (Innere Stadt) und dem 9. Bezirk (Alsergrund).

Bereits nach 200 Metern kommst Du zur nächsten Brücke, der Rossauer Brücke. Sie wurde erst 1981-83 errichtet und hat keine Vorgängerbauten.

Entlang der Promenade befinden sich nun einige bunte Skulpturen.

Durchaus sehenswert ist die 1901 unter dem eröffnete U-Bahn-Station Roßauer Lände, natürlich ein Werk Otto Wagners. Damals hieß sie noch Elisabethpromenade und statt der U-Bahn verkehrte hier die Wiener Dampfstadtbahn. Nach dem Ende der Monarchie wurde sie in Roßauer Lände umbenannt. Die namensgebende Straße wird übrigens seit der Rechtschreibreform 1999 wie bereits vor der Rechtschreibreform 1901 “Rossauer Lände” geschrieben.

Von der Promenade aus gibt es einen direkten Zugang zum östlichen Bahngleis (Richtung Heiligenstadt).

Auch einige Sportgeräte befinden sich entlang der Promenade.

Der Siemens-Nixdorf-Steg wurde 1990-91 errichtet. Bereits 1895 gab es politische Initiativen, hier eine Brücke zu errichten. Immer wieder wurde dieses Projekt neu aufgewärmt, aber schließlich 1928 nach der Errichtung einer Rollfähre für die nächsten Jahrzehnte ad acta gelegt. Der Siemens-Nixdorf-Steg ist eine reine Fußgängerbrücke.

Später kommst Du an Basketballplätzen vorbei.

Kurz danach kommst Du zu einer Hundefreilaufzone. Am besten, Du gehst nun links an dieser weiter.

Gleich nach der Hundefreilaufzone gehst Du links die Auffahrt hinauf…

und kommst so zur U-Bahn-Station Friedensbrücke. Diese wurde – Du ahnst es bereits – von Otto Wagner geplant. Eröffnet wurde sie 1901 unter dem Namen Brigittabrücke. Die Friedensbrücke wurde 1924-26 an Stelle der Brigittabrücke errichtet. Während des Zweiten Weltkriegs wurde sie in Brigittenauer Brücke umbenannt. Diese ist nicht mit der 1982 errichteten Donaubrücke zu verwechseln. Auch die Haltestelle wurde entsprechend umbenannt. 1945 versuchte die abziehende Wehrmacht, die Brücke zu sprengen, beschädigte aber nur den Mittelteil, sodass die Brücke noch im selben Monat für die Fußgänger wieder benutzbar gemacht werden konnte. 1946 wurde die Brücke unter dem Namen Friedensbrücke wiedereröffnet. Hier endet nun unser Spaziergang.

Wenn Du nun links abbiegst, die Rossauer Lände überquerst und dann auf der Alserbachstraße weitergehst, gelangst Du nach ca. 300 Metern (5 Minuten) zum Haupteingang des Franz-Josef-Bahnhofs auf dem Julius-Tandler-Platz. Dieser wurde 1978 eröffnet, den ersten Vorgängerbau gab es bereits 1872. Der Kopfbahnhof war bald überlastet und so wurde 1898 der Bahnhof Heiligenstadt errichtet, von dem aus die Passagiere direkt zur damaligen Stadtbahn (heute U4) umsteigen konnten. Seitdem sank seine Bedeutung und es gab und gibt immer wieder Ideen, den Bahnhof ganz aufzulassen.
Quick Facts:
Weglänge: ca. 2,5 km
Dauer: ca. 00:45
Differenz zwischen höchstem und niedrigstem Punkt: ca. 8 m
Gesamter Auf-/Abstieg: ca. 9 m / ca. 6 m
Kinderwagentauglich: ja
Für Nordic Walking geeignet: ja
GPS-Daten: Download
Öffentliche Verkehrsmittel: U-Bahn-Station U4 Schwedenplatz (Start) und U-Bahn-Station U4 Friedensbrücke (Ziel); Fahrplanauskunft auf SCOTTY



































