Gleich vorweg: Bei diesem Titel handelt es sich um keinen Tippfehler. In Dürnstein gibt es nämlich nicht nur die weithin sichtbare Burgruine, sondern auch andere Ruinen, zum Beispiel die „Ruine Tabor“, die Du auch auf diesem Weg kennen lernen wirst.
Diese durchaus anspruchsvolle, etwas mehr als zweistündige Wanderung habe ich beim kostenpflichtigen Parkplatz P2 begonnen, dort befindet sich auch eine Bushaltestelle. Du musst natürlich nicht unbedingt wie ich bereits im Morgengrauen losgehen, aber je früher Du losgehst, desto leichter wirst Du einen Parkplatz finden und das ansonsten „vollgestopfte“ Donaustädtchen Dürnstein praktisch menschenleer kennen zu lernen, hat auch seinen Reiz.
Du gehst dann durch die Unterführung unter der B3.
Bei dem aus dem 15. Jahrhundert stammenden östlichen Stadtturm, der auch „Steinertorturm“ oder „Kremser Tor“ genannt wird, machst Du erst einmal einen Abstecher links durch die Anzuggasse…
bis zum Treppelweg.
Hier, vor dem Rundturm, der das südliche Ende der Stadtmauer markiert, befindet sich mit Hadmar II. die erste von zahlreichen Figuren, die den von im-plan-tat geschaffenen Themenweg „Löwenherz in Dürnstein. Ein Weg durchs Mittelalter“ säumen – und auf diesem Themenweg wirst Du nun zur Burgruine hinaufgehen. Wenn Du so früh wie ich startest solltest Du aber eine Taschenlampe dabeihaben, um auch die Texte lesen zu können.
Du gehst dann wieder die Anzuggasse hinauf und beim Stadttor in den leicht rechts versetzt abzwegeigenden Wunderburggraben weiter bergauf.
Bei der nächsten Wegzweigung nimmst Du dann den linken Weg.
Nach dem Haus Nr. 120 zweig rechts ein gepflasterter Weg ab, auf dem Du nun weitergehst.
Nach etwa hundert Metern zweigt dann rechts ein Weg ab, auf dem auch der Welterbesteig Wachau verläuft. Ich empfehle Dir, hier einen kurzen Abstecher zu machen.
Über den schmalen Pfad kommst Du nämlich…
zum Kuhberg (auch „Kühberg“ genannt), auf dem es nicht nur bizarre Felsen, sondern auch einen von Schafen „gepflegten“ Trockenrasen gibt.
Wenn Du rechts abbiegst und ein Stück hinuntergehst,…
hast Du nicht nur einen schönen Blick auf die Altstadt von Dürnstein, sondern auch auf die Stadtmauer, die sich von der Stadt bis zur Ruine hinaufzieht.
Danach gehst Du wieder zurück zum ursprünglichen Weg, der dann in den Wald führt.
Der Weg macht einige Kurven…
und hat einige, zum Teil künstlerisch gestaltete Aussichtspunkte.
Aber auch die schlichteren Aussichtspunkte haben ihren Reiz, so wie dieser, von dem aus Du nach Loiben und zum Stift Göttweig blicken kannst.
Schon bald erreichst Du den unteren Teil der Burgruine.
Hier endet dann auch der Themenweg.
Du biegst dann rechts ab und gehst die Treppen hinauf.
Kurz danach zweigen rechterhand Treppen ab.
Über diese erreichst Du dann die inneren Burghöfe. Die Burg wurde um 1160 von den Kuenringern errichtet und bis ins 15. Jahrhundert immer wieder ausgebaut. Weitere Innenaufnahmen der Burgruine Dürnstein findest Du in diesem Beitrag!
Nach der Besichtigung gehst Du wieder zum Weg hinunter und biegst rechts in diesen ein.
Schon bald verlässt Du dann das Burgareal durch das nördliche Tor.
Auf dem sogenannten Ruinenweg, der zum Teil auch über Treppen führt, gehst Du weiter in Richtung Norden. Dabei folgst Du der weiß-dunkelgrün-weißen Markierung bzw. der Markierung des Welterbesteigs (ein weißer Kreis mit einer ausgelassenen Welle und einem ebenso ausgelassenen „W“).
Nach einer Rechtskurve…
zweigt dann bei den Treppen…
rechts ein Weg ab, auf dem Du dann weitergehst. Da dieser nicht markiert ist, empfehle ich Dir, die unten verlinkten GPS-Daten herunterzuladen und ein Wander-GPS-Gerät bzw. eine Smartphone mit Wander-App (z.B. bergfex, outdooractive oder komoot) zu verwenden. Straßenkartendienste wie Google MapsViamichelin oder Bing Maps sind zum Wandern übrigens absolut ungeeignet!
Nach einem kurzen steilen Anstieg und einer leichten Linkskurve hast Du einen schönen, aber auch sehr ungewöhnlichen Ausblick auf die Burgruine.
Kurz darauf teilt sich der Weg. Hier nimmst Du den linken Weg.
Schon bald siehst Du dann die ersten der wenigen Überreste einer Vorburg.
Vermutlich dürfte sich hier bereits zu Beginn des 11. Jahrhunderts eine hölzerne Vogtburg befunden haben. Im 15. Jahrhundert wurde ein „oberes Haus“ oder „Tabor“ urkundlich genannt. Auch auf Wehrbauten.at wird diese Ruine als „Ruine Tabor“ gelistet. Dennoch zweifelt auch diese Website an, welches Gebäude nun das „obere Haus“ und welches das „untere Haus“ ist. Mit letzterem könnte nämlich auch ein Vorläuferbau desNeuen Schlosses, in dem sich heute ein Hotel befindet, gemeint sein. Andere Bezeichnungen für die Ruine sind übrigens „Eselstall“ und „Galling“.
Du kommst dann wieder zum usprünglichen, weiß-grün-blau markierten Weg hinunter, auf den Du dann rechts einbiegst.
Der Weg führt teilweise über Fels.
Nach einer leichten Linkskurve…
zweigt dann vor ein paar Treppen rechts ein Weg ab. Auf diesem gehst Du dann weiter.
Der Weg macht mehrere Kurven.
Schließlich verläuft er dann ziemlich gerade und Du siehst dann den Höhepunkt dieser Wanderung.
Nach rund 2,4 Kilometern Wanderung, auf denen Du aber stolze 360 Höhenmeter überwunden hast, stehst Du vor der 1895 errichteten Starhembergwarte, die nach dem damaligen Grundeigentümer Camillo Heinrich von Starhemberg benannt wurde und einen 1881/82 errichteten Holzturm ersetzte.
Die Warte markiert auch den in 562 m Seehöhe gelegenen Schlossberg. Von hier aus hast Du einen schönen Blick auf Rossatz und Weißenkirchen und Du darfst hier auch einen SummitLynx-Eintrag machen.
Von der Warte gehst Du dann in Richtung NNW geradeaus hinunter.
Über diesen kommst Du dann zur Fesslhütte, bei der Du Dich nun von den Strapazen erholen kannst. Über die Öffnungszeiten kannst Du Dich auf www.fesslhuette.at informieren. Eine einfachere Wanderung zu Fesslhütte und Starhembergwarte, nämlich von Scheibenhof aus, habe ich übrigens hier beschrieben.
Du gehst dann ein Stück auf der Straße in Richtung Nordosten und biegst dann rechts auf den weiß-rot-weiß markierten Weg durch den Mehntalgraben ab.
Bei der bald darauf folgenden Weggabelung gehst Du geradeaus auf dem im Vergleich zur links abzweigenden Forststraße etwas schmäleren Weg weiter.
Du querst mehrmals den Bach.
Nach einer langgezogenen 180°-Linkskurve zweigt dann rechts ein schmaler, weiß-dottergelb-weiß markierter Weg bergauf ab, auf dem Du dann weitergehst.
Schließlich verlässt Du den Wald und kommst an einem Weingarten vorbei. Du befindest Dich nun auf dem Höhereck, auf dem sich etwas weiter südlich ein für Besucher leider gesperrtes Naturschutzgebiet befindet. Eine Umrundung des Höherecks habe ich übrigens hier beschrieben.
Du gehst geradeaus weiter und kommst wieder in einen Wald.
Der Weg macht dann eine Rechtskurve.
Ein Stück weiter unten führt der dann wieder aus dem Wald heraus, ist dann auch asphaltiert und macht schließlich eine Linkskurve.
Zwischen den Wäldern des Höherecks auf der linken und den Weingärten des Kellerbergs gehst Du jetzt weiter bergab.
Schließlich hast Du dann zu beiden Seiten Weingärten.
Schließlich biegst Du dann rechts zum barocken Kellerschlössel ab. Vor dem 300 Jahre alten „Lustschloss in den Wachauer Weinbergen“ biegst Du links ab.
Du überquerst dann den Parkplatz.
Vor den Gleisen der Wachaubahn biegst Du rechts ab.
Den Bahngleisen entlang gehst Du nun in Richtung Dürnstein.
Am Ende des Weges biegst Du links ab und überquerst die Bahngleise.
Du biegst dann links ab,…
überquerst den Parkplatz und biegst danach wieder rechts ab.
So kommst Du wieder zum Ausgangspunkt der Wanderung zurück.
Wenn Du noch Zeit hast und das Mittelalter liebst, solltest Du Dir jetzt noch Zeit für einen Spaziergang durch die Stadt nehmen. Dort gibt es neben vielen Gebäuden aus der Renaissance und aus der Barockzeit auch noch einige mittelalterliche Bauwerke zu entdecken! Eine Art „Ruine“ stellt auch das im 13. Jahrhundert gegründete Klarissinnenkloster dar, das im 18. Jahrhundert zu einem Getreidespeicher umgebaut wurde und heute Teil des Romantik Hotels Richard Löwenherz ist. Teile der Stadtbefestigung, ja sogar das ganze ehemalige Weißenkirchner Tor wurden in Wohnhäuser integriert.

Überreste von Befestigungsanlagen hat man übrigens Anfang des 21. Jahrhunderts auch auf dem Kuhberg und dem Höhereck gefunden.

Quick Facts:

Weglänge: ca. 5,7 km (ohne Abstecher zu Kuhberg und Besichtigung der Burgruine)
Dauer: ca. 02:15 (ohne Abstecher zu Kuhberg und Besichtigung der Burgruine)
Differenz zwischen höchstem und niedrigstem Punkt: ca. 360 m
Gesamter Auf-/Abstieg: ca. 360 m
Kinderwagentauglich: nein
Für Nordic Walking geeignet: nein
GPS-Daten: Download
Öffentliche Verkehrsmittel: Bushaltestelle Dürnstein – Parkplatz P2 oder mit der Wachaubahn zum Bahnhof Dürnstein-Oberloiben; Fahrplanauskunft auf SCOTTY.