Harland, seit 1939 ein Stadtteil der heutigen Landeshauptstadt St. Pölten, wurde über 130 Jahre lang durch die Zwirnindustrie geprägt. Um die zuletzt Harlander Coats genannte Baumwollspinnerei, die 1991 geschlossen wurde und bis zu 1.400 Mitarbeiter*innen beschäftigt hatte, mit Energie zu versorgen, wurden 1910 zwei Kleinwasserkraftwerke an der Traisen errichtet.

Die Kraftwerke Luggau und Theresienfeld sind auch heute noch in Betrieb und werden von der evn naturkraft betrieben. Um die Kraftwerke, die heute 1.500 Haushalte mit Strom versorgen, kennen zu lernen, empfiehlt sich dieser etwa einstündige Runde.

Wenn Du mit dem Auto kommst beginnst Du die Wanderung am besten bei den Sportanlagen am Luggauer Weg.
Gleich schräg gegenüber, etwas versteckt…
befindet sich das Kraftwerk Luggau. Leider kannst Du nur vom Rande des Kraftwerksgeländes einen Blick auf das histori(sti)sche Gebäude werfen.
Wenn Du dann dem Luggauer Weg entlang zur Salcherstraße zurückgehst, kannst Du noch einen weiteren Blick durch den Zaun auf das Kraftwerk werfen. Dieses wurde 1910 von der damaligen „Harlander Baumwollspinnerei und Zwirnfabrik“ errichtet und später an den niederösterreichischen Landesenergieversorger NEWAG (heute EVN) verkauft.
Danach überquerst Du den Mühlbach. Dem Mühlbach entlang zum nächsten Kraftwerk zu gelangen ist zwar möglich, aber nach meiner Interpretation der verdreckten und verdrehten Hinweistafeln nicht erlaubt.
Du gelangst dann zur Salcherstraße, in die Du rechts einbiegst. Öffi-Fahrer*innen finden entlang dieser Straße die LUP-Stationen Harland-Zwirngasse, Harland-Schule und Harland-Amtshaus, die sich entsprechend auch als Startpunkte der Wanderung nutzen lassen.
Du gehst etwa 350 Meter lang in Richtung Süden, dann biegst Du vor dem Amtshaus rechts in die Theresienhofstraße ab und überquerst den ersten Bach.
Dann kannst Du auch schon das Kraftwerk Theresienhof erblicken.
Auch dieses Kraftwerk und das schlösschenartige Krafthaus wurden 1910 errichtet.
Danach gehst Du weiter in Richtung Westen.
Am Ende der Straße gehst Du dann auf den Schutzdamm hinauf.
Oben angekommen biegst Du dann scharf rechts ab.
Du gehst dann wieder hinunter und biegst links in den Auwald ein.
Der Weg beschreibt dann in der Au eine Linkskurve. Zwischendurch gibt es einmal rechts eine Abzweigung zu einem Spielplatz.
Schließlich kommst Du wieder aus der Au heraus und biegst rechts ab.
Jetzt gehst Du einige Zeit lang der Traisen entlang.
Die Harlander Au ist ein besonderes Naturparadies. Über 252 Pflanzenarten wurden hier festgestellt, darunter über 50 von der „Roten Liste“ und 12 Orchideenarten. Im Winter war davon leider wenig zu sehen. Zu sehen war aber, dass hier auch viele Tiere, darunter auch Biber, ihr Zuhause haben.
Über eine kleine Brücke überquerst Du den Mühlbach, der hier in die Traisen mündet. Kurz danach biegst Du rechts ab.
Normalerweise kannst Du hier rechts am Bootshaus der Naturfreunde, in dem sich auch ein Restaurant befindet, vorbei zur Harlander Straße vorgehen. Bei unserer Wanderung war hier leider eine Baustelle und wir mussten ein Stückchen weiter vorne auf der anderen Seite der Brücke zur Straße hinaufgehen.
Du gehst dann ein Stück der Harlander Straße entlang, dann biegst Du rechts ab und gehst auf dem Weg, der erst vor kurzem auf dem Damm errichtet wurde und entsprechend auf vielen Karten noch nicht zu finden ist, weiter.
Dem Mühlbach entlang kommst Du so wieder zu den Sportanlagen bzw. zum Kraftwerk Luggau.

Quick Facts:

Weglänge: ca. 3,9 km
Dauer: ca. 01:00
Differenz zwischen höchstem und niedrigstem Punkt: ca. 10 m
Gesamter Auf-/Abstieg: ca. 10 m
Kinderwagentauglich: ja
Für Nordic Walking geeignet: ja
GPS-Daten: Downloadbergfex

Diese Wanderung habe ich auch auf bergfex veröffentlicht!