Die etwa einstündige erste Etappe des Weitwanderwegs Kremstal-Donau führt vom Hohen Markt in Krems zum Rathaus Mautern. 

Ausgangspunkt ist der Hohe Markt in Krems, auf der südwestlichen Seite des Gasthaus Jell.

An der mittelalterlichen Gozzoburg vorbei…

gehst Du die Margarethenstraße hinunter.

Dann biegst Du links in den Pfarrplatz ein. Hier siehst Du die Stadtpfarrkirche St. Veit, auch “Dom der Wachau” genannt.

Gleich vorweg: Auf dieser Etappe findest Du so viele historische Gebäude, dass ich aus dem Erzählen gar nicht mehr herauskommen würde. Jedes Haus und jeder Straßenname hat hier Geschichte. Ich möchte meinen Artikel aber in der üblichen Länge halten und werde daher nur die wichtigsten Gebäude zeigen und diese auch verlinken, damit Du bei Interesse weitere Informationen nachlesen kannst!

Auf der südlichen Seite des Pfarrplatzes siehst Du das Kremser Rathaus, eines von mittlerweile vielen, aber natürlich nach wie vor das wichtigste Amtsgebäude des Magistrats der Stadt Krems. Der Wanderweg führt links am Rathaus vorbei.

Danach triffst Du auf den Täglichen Markt, wie der Platz, an dem Obere und Untere Landstraße aufeinander treffen, genannt wird. Allerdings findet hier schon länger kein Markt mehr statt, dieser wird nämlich auf dem Pfarrplatz, den Du gerade passiert hast, abgehalten.

Du biegst jetzt rechts in die Obere Landstraße ein. Die Obere Landstraße und der Großteil der Unteren Landstraße sind bereits seit vielen Jahrzehnten Fußgängerzone und wohl seit Jahrhunderten DIE Einkaufstraße in Krems.

Schließlich triffst Du auf das Steiner Tor, das einzige erhaltene der einst vier Stadttore von Krems.

Du gehst jetzt durch das Steiner Tor durch…

und stehst auf dem Südtiroler Platz, der durch das Landesgericht Krems geprägt wird. Die Wanderung führt Dich jetzt in der Josef-Wichner-Straße links am Landesgericht vorbei.

Einen etwas schöneren Anblick als den des Landesgerichts bietet Dir auf jeden Fall der Kremser Stadtpark, den Du jetzt linkerhand siehst.

Kunstliebhaber*innen sei die von einem privaten Verein getragene Galerie Stadtpark empfohlen!

Nach dem Stadtpark geht die Josef-Wichner-Straße dann in einer leichten Rechtskurve in die Schillerstraße über, die wiederum ca. 200 Meter weiter nahtlos in die Undstraße übergeht.

Auf der rechten Seite siehst Du dann das ehemalige Kloster Und, das seit ca. 30 Jahren als Veranstaltungszentrum dient.

Apropos Und: Vielleicht kennst Du ja den Witz “Was liegt zwischen Krems und Stein? Und!” Tja, Witz ist das tatsächlich keiner, der Ortsteil zwischen Krems und der früher selbständigen, heute aber ebenfalls zur Krems gehörenden Stadt Stein heißt tatsächlich “Und”. Mit dem Bindewort “und” hat das allerdings nichts zu tun, sondern die Muttergottesstatue in der Kapelle hieß “Sancta Maria ad undas” (Heilige Maria an den Wellen).

Gleich danach siehst Du den Undhof, ein Weingut, das von der international tätigen Winzerfamilie Salomon, die auch in Australien Wein anbaut und produziert, betrieben wird.

Nach der Bahnunterführung beginnt dann auch schon bald die Kunstmeile Krems. Hier das Gebäude, das die Artothek Niederösterreich, eine Institution, in der Du Dir Kunstwerke für das eigene Zuhause oder den Betrieb ausleihen kannst, das Unabhängige LiteraturHaus NÖ, aber zum Beispiel auch eine in Privatbesitz befindliche Druckerei beherbergt.

Auf der rechten Seite (aber auf dem Foto nicht sichtbar) ist übrigens die Justizanstalt Stein, Österreichs zweitgrößtes Gefängnis.

Das nächste Gebäude auf der linken Seite ist dann das Karikaturmuseum, das vom österreichischen Architekten und Karikaturisten Gustav Peichl geplant wurde und auch seine Werke zeigt. Der zweite österreichische Karikaturist, dessen Werke in diesem Museum ständig gezeigt werden ist Manfred Deix. Daneben gibt es noch Sonderausstellungen zu speziellen Themen oder Werkschauen österreichischer und internationaler Karikaturisten, Cartoonisten und Comic-Zeichner.

Danach siehst Du links von Dir den erst 2019 eröffnete, von Marte.Marte Architekten geplanten, Neubau der Landesgalerie Niederösterreich.

Gegenüber findest Du die Kunsthalle Krems, die in einer ehemaligen Fabrik untergebracht ist und in den 25 Jahren ihres Bestehens zu einer international anerkannten Institution wurde.

Geradeaus siehst Du das Linzer Tor, das östliche Stadttor von Stein, durch das Du dann gleich gehen wirst.

Durch das Linzer Tor hast Du nun die Steiner Landstraße betreten. Im Gegensatz zur Kremser Landstraße ist sie keine geschäftige Einkaufsstraße, sondern eher eine beschaulich und durch viele kleine Galerien und (Kunst)handwerksbetriebe geprägt.

Schon bald siehst Du auf der rechten Seite den Minoritenplatz mit dem ehemaligen Minoritenkloster, in dem seit einigen Jahren das Forum Frohner beheimatet ist. Das Minoritenkloster wurde 1223, also drei Jahre vor dem Tod des Ordensgründers Franz von Assisi gegründet. Die Kirche des Klosters dient heute unter dem Namen Klangraum Krems als Konzertgebäude.

Im Gegensatz zur Minoritenkirche liegt die dem Heiligen Nikolaus geweihte Pfarrkirche Stein direkt an der Steiner Landstraße, der wir immer weiter Richtung Westen folgen.

Durch das Linzer Tor verlässt Du dann die Altstadt von Krems-Stein.

Nach dem Linzer Tor siehst Du auf der rechten Seite die Danube Private University, ein Privatuniversität für Medizin. Das Gebäude diente früher als Lager für die Brückenmeisterei und zuletzt als Hauptschule.

Die Steiner Landstraße mündet dann in die Steiner Donaulände, der Du ein Stückchen in westliche Richtung folgst, dann geht es auf der Mauterner Brücke nach Mautern.

Bereits im 15. Jahrhundert wurde hier eine Brücke errichtet. 1895 wurde die Stahlfachwerkbrücke fertig gestellt, jedoch 1945 von der abziehenden Wehrmacht zerstört.

Die Rote Armee ließ die Brücke noch im Jahr 1945 wiederaufbauen.

Die Bedeutung der Brücke zeigt sich auch darin, dass die Brücke (zusammen mit der Eisenbahnbrücke) im 1. Weltkrieg durch den “Brückenkopf Krems”, eine Verteidigungsanlage mit insgesamt 34.000 Soldaten geschützt hätte werden sollen. Mehr zu dieser Verteidigungsanlage, deren Bau noch während des Krieges im Jahr 1916 abgebrochen wurde, kannst Du bei dieser Wanderung zu entdecken!

In Mautern, einer eigenständigen Stadt, deren Geschichte bis in die Römerzeit zurückgeht, überquerst Duden Kreisverkehr beim Schloss (das bald einmal in ein Hotel umgebaut werden soll) und gehst geradeaus weiter.

Am Ende der Straße biegst Du dann links in die St. Pöltner Straße ein.

Dann – etwa 50 Minuten nachdem Du losmarschiert bist – erreichst Du das Ziel der ersten Etappe, das Rathaus der Stadtgemeinde Mautern!

Weitere Etappen des Weitwanderwegs Kremstal-Donau findest Du hier!

Quick Facts:

Weglänge: ca. 4,0 km
Dauer: ca. 00:50
Differenz zwischen höchstem und niedrigstem Punkt: 26 m
Gesamter Auf-/Abstieg: 13 m / 31 m
Kinderwagentauglich: ja
Für Nordic Walking geeignet: ja
GPS-Daten: von bergfex.at abrufbar
Offizielle Beschreibung: donau.com

Siehe auch Bericht auf schmatz.blog!