Diese nicht ganz einstündige Rundwanderung im nordöstlichsten Stadtteil von Krems führt Dich Schloss Wasserhof vorbei auf das Gelände, auf dem während des 2. Weltkriegs das Kriegsgefangenen-Stammlager Stalag XVII B lag, und über den Wolfsgraben zurück.

Vorab gleich eine Bemerkung: Diese Wanderung ist eine von insgesamt 22 Wanderungen, die 1994 vom „Verein zur Förderung der Weinwirtschaft“ gestaltet und ausgeschildert wurden. Diese Wanderungen wurden vom Inhaber von Weinbergwandern.at anhand einer Karte und anhand der nicht mehr kompletten Beschilderung so gut wie möglich rekonstruiert. Mehr zu diesem Projekt findest Du hier!

Die Wanderung beginnt bei der Kapelle Gneixendorf. Von hier aus gehst Du in Richtung Norden leicht bergauf.

Nach nicht ganz vierhundert Metern siehst Du rechterhand das erste von zwei Beethoven-Denkmälern, die daran erinnern, dass Ludwig van Beethoven mehrmals seinen Bruder in dessen Haus in Gneixendorf besucht hat.

Danach biegst Du rechts in die Wasserhofstraße ab. In der Ecke steht ein weiteres Beethoven-Denkmal. 

Bald darauf kommst Du zum Schloss Wasserhof, das seit 2007 im Besitz des Architekten Ernst Linsberger ist und seit 2011 restauriert wird. Kurz vor dem Schloss biegt rechts die Schlossstraße ab, die zum heute „Beethovenhaus“ genannten Gebäude führt. Im Haus ist heute ein kleines Museum untergebracht, das nach Voranmeldung besucht werden kann.

Eine ausführliche Geschichte über das Schloss hat die übrigens mit mir weder verwandte noch verschwägerte Pamela Schmatz verfasst.

Für die Wanderung folgst Du jetzt aber der Wasserhofstraße.

Danach überquerst Du über eine Brücke die B37.

Eine Gedenktafel erinnert hier an das STALAG XVII B, das während des 2. Weltkriegs hier stand. Das Kriegsgefangenen-Stammlager (daher die Abkürzung „STALAG“) wurde ab September 1939 als Durchgangslager („DULAG“) errichtet und bereits im Oktober in ein Stammlager umgewandelt. Bis zu 10.000 Mann wurden hier gefangen gehalten, mit den vielen Außenstellen waren es in Summe über 66.000 Mann. 

Heute gibt es kaum noch Überreste und bei der heutigen Idylle kann man sich kaum vorstellen, was hier im 2. Weltkrieg abgelaufen ist. Besonders die sowjetischen Gefangenen wurden sehr schlecht behandelt – rund 2.000 starben aufgrund der schlechten Haftbedingungen und vor allem den daraus resultierenden Krankheiten.

Am besten behandelt wurden die US-Amerikaner. Zwei amerikanische Kriegsgefangene, Donald Bevan und Edmund Trzcinski, verfassten auch ein Theaterstück über ihre Kriegsgefangenschaft, das 1951-52 am Broadway lief. 1953 verfilmte Billy Wilder den Stoff. Der Hauptdarsteller des Films „Stalag 17“, erhielt für seine Rolle als Sergeant J.J. Sefton, den Oscar als bester Hauptdarsteller. 

Ca. 820 Meter nach der Brücke kommst Du zu einer Kreuzung. Hier musst Du dann rechts abbiegen.

Du gehst jetzt übrigens ein Stück genau an der Grenze zwischen Krems und Rohrendorf. Im Hintergrund sind die Überreste eines Wasserspeichers zu sehen. Angeblich gehörte dieser zum Lager. Ob das stimmt kann ich derzeit leider weder bestätigen noch widerlegen, auf jeden Fall liegt er aber außerhalb das eigentlichen Lagergeländes.

Der Weg macht dann eine leichte Rechtskkurve und verläuft dann ein paar hundert Meter geradeaus.

Dann trifft der Weg bei diesem Parkplatz auf den Wolfsgraben.

Hier findest Du auch zwei Bildstöcke.

Du gehst dann praktisch geradeaus, also auf dem linken der beiden asphaltierten Wege, weiter in Richtung Südwesten.

Du passierst dann einige Weinkeller.

Die Asphaltstraße macht dann eine Linkskurve, Du gehst hier aber auf der geschotterten Straße geradeaus weiter. Der Traktorweg rechts führt nur zu einem Feld.

Nach einiger Zeit gelangst Du dann zur „Pferdeherberge vom Pferdesportverein Krems“
Hier musst Du dann auf dem Weg zwischen Stallungen auf der linken und Paddock auf der rechten Seite durchgehen.
Danach biegst Du links in die Straße ein.
Du gehst dann über die Brücke, die die B37 überspannt.
Dann gehst Du durch die erst in den 2010er-Jahren entstandene und vom heutigen Schlossbesitzer Ernst Linsberger geplante Schlossparksiedlung.
Du gehst dann noch am ehemaligen Feuerwehrhaus vorbei…
sowie am Landeskindergarten.
Dann bist Du auch schon wieder bei der Ortskapelle. Diese ist übrigens relativ jung und wurde erst 1908 aus Anlass des 60. Regierungsjubiläums von Kaiser Franz Joseph I. errichtet. Ein Kuriosum am Rande: Gneixendorf gehört erst seit 1968 zur Stadt Krems. Pfarrlich gehörte Gneixendorf bis 1778 zu Krems, jedoch seitdem zu Stratzing, woran sich auch die (politische) Gemeindereform nichts geändert hat.

Quick Facts:

Weglänge: ca. 3,5 km
Dauer: ca. 00:50
Differenz zwischen höchstem und niedrigstem Punkt: 25 m
Gesamter Auf-/Abstieg: ca. 30 m
Kinderwagentauglich: ja
Für Nordic Walking geeignet: ja
GPS-Daten: Downloadbergfex.
Öffentliche Verkehrsmittel:Stadtbus Linie 5 von Bahnhof Krems bis Gneixendorf – Walzerbrunnen; Fahrpläne auf SCOTTY

Diese Wanderung habe ich auch auf bergfex veröffentlicht!