Der Predigtstuhl ist die höchste Kuppe des Göttweiger Bergs. Obwohl er mit 435 Meter Seehöhe etwas höher ist als die nördliche Kuppe, auf der auf 428 m Seehöhe das Stift Göttweig liegt, ist er eher unscheinbar und seine Besonderheiten sind selbst Einheimischen kaum bekannt.

Die Wanderung startet an der Straße, die von der L100 zum Stift Göttweig führt. Noch bevor Du auf dem Hochplateau ankommst, findest Du rechts entlang der Straße einige Parkplätze.

Links von der Parkplätzen zweigt ein Weg ab, der mit einem Schranken für den Autoverkehr versperrt ist. Diesem Weg folgst Du jetzt.

Zuerst geht es einmal ein Stückchen geradeaus. Dem breiten Weg, der gleich nach der Straße links abzweigt und hinunterfügt bitte nicht folgen!

Ein paar Meter weiter musst Du dann links abbiegen. Danach dem rechten, etwas breiteren und weniger steilen Weg folgen. Der schmale und sehr steile Weg, der geradeaus führt, ist Teil des Trailwerks Wachau, einem Netzwerk an Mountainbike-Wegen auf dem Göttweiger Berg.

Dann heißt es noch einmal rechts abbiegen und Du hast das erste Ziel erreicht. Seit dem Start sind jetzt gerade einmal 10 bis 15 Minuten vergangen.

Vermutlich wurde hier unter Erzbischof Dietmar, der 907 verstarb, bereits eine Holzkirche errichtet. Der Gründer des Stiftes Göttweig, Altmann von Passau ließ im 11. Jahrhundert eine Steinkirche errichten.

Die Kirche wurde vermutlich im Zuge der Ersten Wiener Türkenbelagerung im Jahre 1529 zerstört, denn die jüngsten erhaltenen Erwähnungen der Kirche stammen aus dem Jahr 1526.

2003 wurde ein Verein “Freunde der Kirche St. Georg auf dem Göttweiger Berg” gegründet. 2005 begannen die Grabungen, aber erst bei der 4. Grabung im Jahr 2008 wurde der erste Mauerzug entdeckt.

Weitere Informationen findest Du unter anderem auf der Website des Bundesdenkmalamtes sowie auf der Website der Pfarre Paudorf!

Südwestlich der Kirche führt ein kleiner Weg bergab.

Dieser führt zu einem quer verlaufenden Weg. Von diesem gehen – vielleicht nicht auf den ersten Blick erkennbar – Steintreppen bergab.

Der Ausblick in Richtung Paudorf ist wunderbar und an klaren Tagen kannst Du bis in die Voralpen sehen.

Dennoch heißt es jetzt aufpassen und den richtigen Weg finden. Kreuz und quer führen schmale Wege und steinerne Treppen bergab. Du bist jetzt mitten in der ehemaligen Verteidigungsanlage “Brückenkopf Krems”. Im August 1914 wurde begonnen, rund um die wichtigsten Brückenstädte (Linz, Krems, Tulln, Wien, Pressburg,…) Verteidigungsringe aufzubauen, um die Brücken im Falle einer Invasion russischer oder italienischer Truppen besser verteidigen zu können.

Im Endausbau hätten rund 34.000 Soldaten in diesem Ring um Krems stationiert werden sollen. Wie wir jedoch alle wissen, ist der Krieg anders verlaufen und so wurde der Ausbau bereits 1916 gestoppt und Material wurde abtransportiert.

Auch andernorts sind teilweise noch Fragmente von Befestigungsanlagen zu finden, jedoch nirgendswo in diesem Umfang.

Weitere Informationen zu den Verteidigungsanlagen findest Du auf der Website des Fremdenverkehrs- und Verschönerungsvereins Furth sowie in englischer Sprache auf World War One Sites.

Vom unteren Ende der Anlage führt dann der “Verteidigungsweg” in Richtung Osten weiter.

Auch ohne die Verteidigungsanlagen wäre der Weg für unsere Breiten schon ziemlich spektakulär. Festes Schuhwerk ist hier unbedingt erforderlich und auf Kinder sollte man besonders gut achtgeben!

Auch eine kleine Marienstatue kannst Du unterwegs finden, dazu noch zahlreiche “Stoamandl” (aus Steinen gebaute Männchen).

Du gehst dann immer weiter Richtung Osten bis Du zu einem etwas breiteren Weg stößt und in diesen spitz links abbiegst und weiter bergauf gehst.

Du überquerst dann den Mountainbike-Trail.

Kurz darauf kommst Du zu einem Aussichtspunkt, von wo aus Du schön ins Tal und bis in die Voralpen blicken kannst. Für den Rückweg zur Kirche gibt es dann zwei Wege, wobei der nördlichere breiter, besser zu erkennen und bequemer ist.

Im Herbst gibt es übrigens immer “wehrhistorische Führungen”, die unter www.fvvf.at/1914 bekanntgegeben werden.

Dass diese Wanderung nur zu Fuß, aber keinesfalls mit Kinderwägen oder Rollstühlen gemacht werden kann, sollte Dir aufgrund der Bilder klar sein. Ich empfehle auf jeden Fall gutes Schuhwerk, auch Wanderstöcke sind zu empfehlen. Man sollte auf jeden Fall trittsicher und halbwegs schwindelfrei sein. Außerdem rate ich davon ab, diese Wanderung bei Eis, Schnee oder Regen zu machen.

Bitte benutze OpenStreetMap, denn weder Google Maps, noch die ÖK oder basemap, aber auch nicht “bergfex OSM” haben die Wege derzeit (Stand 01/2020) eingezeichnet! 

Quick Facts:

Weglänge: ca. 2,8 km
Dauer: ca. 01:00
Differenz zwischen höchstem und niedrigstem Punkt: ca. 120 m
Gesamter Auf-/Abstieg: ca. 130 m
Kinderwagentauglich: nein
Für Nordic Walking geeignet: nein
GPS-Daten:  Downloadauf der Website des FVVF verfügbar
Offizielle Beschreibung: FVVF

Siehe auch Bericht auf schmatz.blog!