Diese nicht einmal einstündige Wanderung führt von der Alten Mühle in Schönberg am Kamp zur Ruine der „Schonenburg“, die der Gemeinde einst ihren Namen gab.

Eigentlich könnte man ja mit dem PKW bis zur Burgruine fahren, aber Du willst Dich ja auch etwas bewegen, sonst wärst Du nicht auf dieser Wander-Website unterwegs, oder? Als Ausgangspunkt empfiehlt sich die Alte Schmiede in Schönberg am Kamp, in der sich neben einer Vinothek auch die Tourismusinformation des Ortes befindet und die offizieller Startpunkt aller Wanderungen in der Kamptalgemeine ist.

Von dort geht es der Hauptstraße entlang an der Volksschule vorbei bis man zu einer Kreuzung kommt. Auf der rechten Seite findest Du eine Infotafel und eine Box mit kostenlosen Wanderkarten, aber die wirst Du für diese Wanderung eigentlich gar nicht brauchen, denn der Weg ist leicht zu finden. Du biegst jetzt links ab und gehst den Marktplatz hinauf. Dann biegst Du erst rechts in die Neustifter Straße ein und etwas später dann links in die etwas schmälere Straße „Am Schlossberg“.

Die Straße macht dann eine spiegelverkehrte S-Kurve und nach insgesamt nur etwa 15 Minuten Gehzeit bist Du auch schon bei der Burgruine angelangt.

Die Burg wurde im 11. oder 12. Jahrhundert errichtet. Es war allerdings keine heldenhafte Eroberung, der die Burg zum Opfer fiel, das sind nämlich die wenigsten Burgen. 

Die meisten wurden einfach ganz banal unwirtschaftlich oder unpraktisch oder oft auch beides zugleich. Ab dem Jahr 1778 wurde sie dann von der Bevölkerung abgebaut, um Baumaterial zu gewinnen.

Den Menschen von damals kann man das wohl kaum vorwerfen. Bewusstsein für Denkmalschutz entwickelte sich erst rund 40 Jahre später und die Zeit der Burgenromantik begann auch erst zu dieser Zeit. 

Bis der Sommerfrische-Tourismus Wohlstand ins Kamptal bringen sollte, vergingen dann noch einmal fast 70 Jahre. 

In den Augen der damals noch sehr armen Bevölkerung waren die funktionslos gewordenen Burgen wohl schlicht und einfach nur unnütz und eine im Gegensatz zu den kommerziellen Steinbrüchen oder Ziegelfabriken kostenlose und nahe liegende Gelegenheit, um an Baumaterial zu kommen.

Wenn man über einen steilen und im Sommer ziemlich verwachsenen Fußweg hochgeht, wirst Du daher leider nicht mehr viele Reste finden.

Was Du allerdings schon finden wirst, ist dieser kleine Pavillon, von dem aus Du eine wunderbare Aussicht auf den Ort Schönberg und darüber hinaus genießen kannst.

Für den Rückweg schlage ich vor, nicht links in den Marktplatz einzubiegen, sondern in der rechts abzweigenden Kirchengasse weiter – und an der ursprünglich romanischen Pfarrkirche St. Agnes vorbeizugehen. 

Fazit: Eine kurze, etwas steile Wanderung zu einer Ruine, bei der es leider nicht mehr viel zu erkunden gibt, von der aus man aber eine tolle Aussicht hat.

Quick Facts:

Weglänge: ca. 2,3 km
Dauer: ca. 00:45
Differenz zwischen höchstem und niedrigstem Punkt: ca. 95 m
Gesamter Auf-/Abstieg: ca. 95 m
Kinderwagentauglich: ja
Für Nordic Walking geeignet: ja
GPS-Daten: Download
Weitere Informationen: WikipediaWaldviertel Tourismus

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