Der 1979 etablierte, etwa zweistündige Bildstockwanderweg war auf alten Langenloiser Wanderkarten die Wanderroute Nr. 8. Im Gegensatz zu anderen „alten“ Langenloiser Wanderrouten war hier bei meiner Wanderung im Frühling 2021 noch die gesamte Beschilderung (in Form von quer liegenden Kreuzen) vorhanden.
Ausgangspunkt ist die Dreifaltigkeitssäule oder Pestsäule. Die Säule wurde 1689 in Wien am Spittelberg errichtet und musste 1821 für die Wasserversorgung weichen. Der aus Gobelsburg stammende Spittelberger Grundrichter und sein Cousin ließen die Pestsäule dann nach Gobelsburg versetzen.
Links davon befindet sich das 1921 nach dem Ersten Weltkrieg errichtete und nach dem Zweiten Weltkrieg erweiterte Kriegerdenkmal.
Über die Josef-Steininger-Straße gehst Du zur Schlosstraße vor und biegst rechts in diese ein.
Nach der ehemaligen Volksschule gehst Du rechts hinauf.
Über die Treppen gelangst Du dann…
zur Pfarrkirche Gobelsburg, die Mitte des 14. Jahrhunderts errichtet und 1749/50 sowie 1884-88 umgebaut wurde. Die Kirche ist dem Fest Mariä Geburt geweiht und dem Zisterzienserstift Zwettl inkorporiert.
Links von der Kirche steht das Steininger-Denkmal, das zu Ehren des in Gobelsburg wohnhaften Bauernführers Josef Steininger, der 1868 die erste Bauernversammlung in Krems mit rund 5.000 Teilnehmern einberufen hatte.
Über einen schmalen Weg…
kommst Du dann zum Schloss Gobelsburg, das 1074 als wehrhafte Befestigung erbaut und 1725 durch Joseph Munggenast zu einem Barockschloss umgebaut wurde. Vor dem Schloss siehst Du das Bertrand-Kreuz aus dem Jahr 1535,…
zwei Steinlöwen, die 1868 von Franz Melnitzky geschaffen wurden und einst an der Aspernbrücke in Wien standen, sowie…
ein Gnadenstuhl aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Dieser dürfte zuvor als Grabstein gedient haben.
Danach gehst Du links hinunter zur Schlosstraße.
Die überquerst dann über die zweite Brücke den Bach und danach die Weinstraße und gehst weiter in die Kellergasse.
Jetzt musst Du gut aufpassen, denn ungefähr dort, wo links der Kirchensteig abzweigt, befindet sich rechterhand hoch über Dir im Weingarten das Daschl-Kreuz. Obwohl es erst im 20. Jahrhundert errichtet wurde, konnte ich nichts über die Entstehungsgeschichte herausfinden.
Die Kellergasse macht erst eine Linkskurve,…
später dann eine Rechtskurve.
Später wird der Weg dann zu einem Hohlweg.
Am Ende der Kellergasse biegst Du bei der Kreuzung links ab.
Kurz danach siehst Du rechterhand im Weingarten das Zinsler-Kreuz. Auch dieses stammt aus dem 20. Jahrhundert und auch über dessen Entstehungsgeschichte konnte ich nichts finden.
Bei der nächsten Kreuzung biegst Du dann rechts ab.
An der Kreuzung steht das gusseiserne Klifpl- oder Klipl-Kreuz, über das leider auch nur bekannt ist, dass es im Jahr 1887 errichtet wurde.
Dann gehst Du erst einmal einige Zeit lang fast schnurgerade durch die Weingärten.
Am Ende dieser Straße biegst Du dann erst einmal links ab, um einen Abstecher zur Hubertuskapelle und zur Aussichtswarte zu machen.
Die 1979 von der Gobelsburger Jägerschaft errichtete Hubertuskapelle ist bald erreicht.
Danach gehst Du auf dem geradeaus abzweigenden, asphaltierten Weg weiter.
Über diesen Weg gelangst Du dann zu der 1991 vom Verschönerungsverein Gobelsburg-Zeiselberg errichteten Warte auf dem 303 m hohen Gobelsberg.
Die Warte ist frei zugänglich und das solltest Du unbedingt ausnutzen, denn die Aussicht ist, wie Du hier sehen kannst, beeindruckend:
Nachdem Du die Aussicht genossen hast, gehst Du wieder zurück.
Du kommst dann wieder an der Hubertuskapelle vorbei.
Dort, wo Du zuvor links abgebogen bist, gehst Du jetzt geradeaus weiter.
Bei der nächsten Kreuzung gehst Du geradeaus weiter.
Linkerhand siehst Du das eingezäunte Burger-Kreuz.
Kurz nach einer Rechtskurve…
befindet sich das Ulmer-Kreuz, das an die hier im Jahre 1977 im Alter von 17 Jahren verunglückte Gerlinde Ulmer erinnert.
Bei der nächsten Kreuzung machst Du dann einen kurzen Abstecher nach links, auf die andere Seite des Grabens.
Dort befindet sich das sogenannte Mayer-Kreuz, das auch „Weißes Kreuz“ genannt wird.
Die Straße führt Dich dann wieder nach Gobelsburg, wo sie den Namen „Weinstraße“ trägt.
Bei der ersten Gelegenheit biegst Du links ab.
Du überquerst die Brücke…
und biegst dann rechts in die Schlossstraße ab.
Dann biegst Du bei der ersten Gelegenheit links in den Spiegelgraben ab.
Rechterhand, dicht an der Hauswand von Haus Nr. 72, steht das Niemer-Marterl aus dem 20. Jahrhundert.
Der Spiegelgraben ist ein Hohlweg mit beeindruckend hohen Lösswänden.
Am Ende des Hohlwegs biegst Du dann rechts ab.
Zuvor siehst Du Dir aber noch links das Spiegelkreuz an. Dieses wurde im Zuge der Errichtung des Gobelsburger Bildstockwanderwegs im Jahr 1979 aufgestellt.
Der Weg, auf dem Du dann weitergehst, endet an einer quer verlaufenden Straße, in die Du dann links einbiegst. Rechts im Eck…
steht das Familien-Kreuz, das die Heilige Familie zeigt und ursprünglich für den Forst des Stiftes Zwettl angefertigt wurde.
Der anfangs noch schnurgerade, dann etwas kurvige Weg führt zur Gobelsburger Hauptstraße. Kurz bevor Du rechts in diese einbiegst, machst Du noch einen Abstecher…
zum Marien-Bründl, das auch „Frauen-Bründl“, „Heiliges Bründl“ oder einfach nur „Bründl“ genannt wird. Hier stand ein 1660 erstmals erwähntes Quellheiligtum, das später mit einer 1786 wieder abgetragenen Kapelle überbaut wurde.
Wenn Du Dich dann über die Ortsstraße wieder dem Ortszentrum näherst siehst Du bald einmal auf der linken Straßenseite…
das Lehner-Kreuz. Es erinnert an Rudolf Lehner, einen jungen Familienvater, der 1955 hier tödlich verunglückte, als er Ostereier für seine Kinder holen wollte.
Bei der Abzweigung der Brunnengasse…
siehst Du dann das Haindorfer Kreuz. Die Brunnengasse verbindet Haindorf mit Gobelsburg und bis 1935 gehörte Haindorf zur Pfarre Gobelsburg, entsprechend war diese Stelle für die Messgängerinnen und Messgänger ein wichtiger Wegpunkt.
Auf den letzten Minuten Deines Rückwegs hast Du noch einmal einen schönen Blick auf Kirche und Schloss.

Quick Facts:

Weglänge: ca. 7,4 km
Dauer: ca. 01:55
Differenz zwischen höchstem und niedrigstem Punkt: ca. 100 m
Gesamter Auf-/Abstieg: ca. 130 m
Kinderwagentauglich: ja
Für Nordic Walking geeignet: ja
GPS-Daten: Downloadbergfex
Öffentliche Verkehrsmittel: Bushaltestelle Gobelsburg – Hauptplatz; Fahrplanauskunft auf SCOTTY

Diese Wanderung habe ich auch auf bergfex veröffentlicht!