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Wer heute mit Smartphone, GPS-Gerät (eigentlich: GNSS) oder Smartwatch unterwegs ist, kommt früher oder später mit den Dateiformaten GPX und KML in Berührung. Viele Wanderportale bieten Routen zum Download an, Navigations-Apps oder Navigationsuhren können Dateien importieren und auch beim Austausch von Touren mit Freunden tauchen diese Abkürzungen immer wieder auf.

Doch was verbirgt sich eigentlich dahinter? Warum gibt es mehrere Formate? Und was haben diese Dateien mit XML zu tun?

In diesem Teil unserer Serie werfen wir einen Blick hinter die Kulissen der digitalen Navigation.

Was ist XML?

Sowohl GPX als auch KML basieren auf XML.

XML steht für Extensible Markup Language, also „erweiterbare Auszeichnungssprache“.

Der Begriff „Auszeichnungssprache“ bedeutet, dass Daten durch spezielle Kennzeichnungen – sogenannte Tags – strukturiert werden. XML beschreibt also nicht, wie etwas aussehen soll, sondern was etwas ist.

Ein einfaches Beispiel:

<Person>
<Name>Max Mustermann</Name>
<Alter>42</Alter>
<Wohnort>Krems</Wohnort>
</Person>
 

Hier erkennt ein Computer sofort:

  • Es gibt eine Person.
  • Die Person heißt Max Mustermann.
  • Sie ist 42 Jahre alt.
  • Sie wohnt in Krems.

Der große Vorteil: Auch Menschen können XML-Dateien mit einem normalen Texteditor lesen.

XML ist keine Programmiersprache

XML und andere Auszeichnungssprachen (z.B. HTML) werden häufig mit Programmiersprachen verwechselt.

Tatsächlich enthält XML normalerweise keinen Programmcode, sondern lediglich Daten.

Man kann XML daher eher mit einer Tabelle vergleichen:

Tabelle XML
Zeilen und Spalten Tags und Inhalte
Enthält Daten Enthält Daten
Keine Berechnungen Keine Berechnungen
Für Menschen lesbar Für Menschen lesbar

Eine XML-Datei wird nicht kompiliert wie ein Computerprogramm. Sie muss nicht übersetzt werden, sondern kann direkt eingelesen werden.

Wie funktionieren XML-Tags?

Die Struktur einer XML-Datei besteht aus sogenannten Tags.

Ein Tag beginnt mit:

<Name>
und endet mit:
</Name>

Dazwischen steht der eigentliche Inhalt.

Mehrere Tags können ineinander verschachtelt werden:

<Wanderung>
<Titel>Runde durch die Wachau</Titel>
<Laenge>12.5</Laenge>
</Wanderung>

Der Computer erkennt dadurch, dass die Länge zur Wanderung gehört.

Ein einfaches XML-Beispiel

Nehmen wir an, wir möchten einen Wegpunkt einer Wanderung beschreiben:

<Wegpunkt>
    <Name>Aussichtswarte</Name>
    <Hoehe>450</Hoehe>
    <Beschreibung>Schöner Blick ins Donautal</Beschreibung>
</Wegpunkt>

Die einzelnen Tags haben folgende Bedeutung:

Tag Bedeutung
<Wegpunkt> Beginn eines Wegpunkts
<Name> Bezeichnung des Wegpunkts
<Hoehe> Höhe über dem Meeresspiegel
<Beschreibung> Zusätzliche Informationen
</...> Ende des jeweiligen Tags

Genau nach diesem Prinzip funktionieren auch GPX- und KML-Dateien, bei denen die Tags aber natürlich auf Englisch sind. Mehr dazu weiter unten.

GPX – Der Standard für GPS-Daten

GPX steht für GPS Exchange Format.

Wie der Name bereits verrät, wurde dieses Format entwickelt, um GPS-Daten zwischen unterschiedlichen Geräten und Programmen auszutauschen.

Heute wird GPX praktisch von allen Wander-Apps und GPS-Geräten unterstützt.

Typische Anwendungen:

  • Wanderrouten herunterladen
  • Eigene Touren aufzeichnen
  • Tracks mit Freunden teilen
  • Navigation auf Smartphone oder GPS-Gerät

GPX ist das am weitesten verbreitete Format im Outdoor-Bereich.

Welche Daten enthält eine GPX-Datei?

Eine GPX-Datei kann verschiedene Arten von Informationen speichern:

Wegpunkte (Waypoints)

Einzelne Punkte auf der Karte.

Beispiele:

  • Parkplatz
  • Aussichtspunkt
  • Schutzhütte
  • Bushaltestelle

Routen (Routes)

Eine geplante Strecke aus mehreren Punkten.

Beispielsweise:

  • Start
  • Kreuzung
  • Aussichtspunkt
  • Ziel

Das Navigationsprogramm kann daraus einen Weg berechnen.

Tracks

Tracks sind die wichtigste Funktion von GPX.

Dabei handelt es sich um eine Folge vieler einzelner GPS-Punkte.

Ein Track beschreibt exakt den tatsächlich geplanten oder aufgezeichneten Weg.

Beispiel einer GPX-Datei

Ein stark vereinfachtes Beispiel (das natürlich keine Runde, sondern eine Luftlinie zeigt):

<gpx>
<trk>
<name>Wachau-Runde</name>
<trkseg>
<trkpt lat="48.3950" lon="15.5160">
<ele>210</ele>
</trkpt>
<trkpt lat="48.3965" lon="15.5180">
<ele>215</ele>
</trkpt>
</trkseg>
</trk>
</gpx>

Erklärung der wichtigsten GPX-Tags

Tag Bedeutung
<gpx> Beginn der GPX-Datei
<trk> Track (Strecke)
<name> Name des Tracks
<trkseg> Track-Segment
<trkpt> Einzelner Trackpunkt
lat Breitengrad
lon Längengrad
<ele> Höhe des Punktes

In einer realen GPX-Datei können hunderte oder tausende solcher Trackpunkte enthalten sein.

KML – Die Sprache von Google Earth

KML steht für Keyhole Markup Language.

Ursprünglich wurde das Format von der Firma Keyhole Inc. entwickelt. Später wurde es von Google übernommen und vor allem durch Google Earth bekannt gemacht.

Während GPX hauptsächlich für GPS-Daten entwickelt wurde, liegt der Schwerpunkt von KML stärker auf der Darstellung in Karten und 3D-Ansichten.

Was kann KML zusätzlich?

KML kann deutlich mehr Informationen speichern als GPX:

  • Farben
  • Symbole
  • Linienarten
  • Flächen
  • Bilder
  • Beschreibungen
  • 3D-Objekte

Dadurch eignet sich KML besonders für die visuelle Darstellung.

Beispiel einer KML-Datei

<kml>
<Placemark>
<name>Aussichtswarte</name>
<Point>
<coordinates>
15.5160,48.3950,210
</coordinates>
</Point>
</Placemark>
</kml>

Erklärung der wichtigsten KML-Tags

Tag Bedeutung
<kml> Beginn der KML-Datei
<Placemark> Objekt auf der Karte
<name> Name des Objekts
<Point> Punktobjekt
<coordinates> Koordinaten

Die Reihenfolge der Koordinaten unterscheidet sich von GPX:

KML:

Längengrad, Breitengrad, Höhe
 

GPX:

Breitengrad und Längengrad
als Attribute des jeweiligen Punktes.

GPX oder KML – welches Format ist besser?

Die Antwort lautet wie so oft: Es kommt darauf an.

GPX eignet sich besonders für:

  • Wanderungen
  • Radtouren
  • GPS-Geräte
  • Smartwatches
  • Outdoor-Apps
  • Trackaufzeichnungen

KML eignet sich besonders für:

  • Google Earth
  • Kartenpräsentationen
  • Visualisierungen
  • Flächen und Objekte
  • 3D-Darstellungen

Für Wanderer ist GPX heute meist die bessere Wahl, da praktisch alle Outdoor-Apps und Navigationsgeräte dieses Format direkt unterstützen.

Warum sind GPX und KML so wichtig?

Ohne standardisierte Dateiformate müsste jeder Hersteller sein eigenes System verwenden.

Eine Route aus einer App könnte dann nicht in eine andere App übertragen werden.

GPX und KML sorgen dafür, dass Daten zwischen unterschiedlichen Programmen, Geräten und Plattformen ausgetauscht werden können.

Sie sind damit so etwas wie die gemeinsame Sprache der digitalen Navigation.

Fazit

GPX und KML sind beides XML-basierte Dateiformate zur Speicherung geografischer Informationen.

Während GPX vor allem für Navigation, Tracking und den Austausch von Wander- und Fahrradrouten entwickelt wurde, liegt die Stärke von KML in der grafischen Darstellung von Objekten und Karteninhalten.

Für Wanderer ist GPX heute das wichtigste Format. Wer eine Route von einem Wanderportal herunterlädt oder eine Tour mit einer Navigations-App plant, wird fast immer mit GPX-Dateien arbeiten.

KML begegnet einem dagegen häufiger bei Kartenprojekten, Präsentationen oder in Google Earth.

Wer das Grundprinzip von XML verstanden hat, erkennt schnell, dass beide Formate letztlich nur unterschiedliche Dialekte derselben Sprache sprechen – der Sprache strukturierter Geodaten.

Bleib dran!

Damit Du zum Orientierungs-Profi wirst, musst Du jetzt unbedingt dranbleiben!

Keine Sorge, auch dabei helfe ich Dir! Damit Du Dir nicht jeden Sonntag einen eigenen Wecker dafür stellen musst, erinnere ich Dich:

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Hinweis: Das Titelfoto in diesem Artikel wurden mit Generativer Künstlicher Intelligenz (KI) generiert und dient rein illustrativen Zwecken.